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The Sound of Silence – ChorWerk Ruhr (Löhne)

1. Juli, 18:00

Eine Veranstaltung der Reihe „Wege durch das Land“

Carlo Gesualdo (1566-1613), Io Tacerò

Marc Schmolling (*1972), Darkness, My Old Friend

Carlo Gesualdo, Felicissimo sonno

Marc Schmolling, Little Gardens (Text: Inka Machulková)

Claudio Monteverdi (1567–1643), Ecco mormolar l’onde

Marc Schmolling, Haiku

Claudio Monteverdi, Sestina „Lagrime d’amante al sepolcro dell’amata“

Marc Schmolling, The Sound of Silence

Luca Marenzio (1553-1599), O tu che fra le selve occulta vivi

Marc Schmolling, Ticho

Claudio Monteverdi, Cruda Amarilli

Marc Schmolling, Schweigen (Text: Georg Trakl)

MARC SCHMOLLING ENSEMBLE
Trompete: TOM ARTHURS
Saxophon: CHRISTIAN WEIDNER
Violine: BILIANA VOUTCHKOVA
Klavier: MARC SCHMOLLING
Kontrabass: ANTONIO BORGHINI

CHORWERK RUHR
Dirigent: FLORIAN HELGATH

CHORWERK RUHR versucht in diesem Konzert unter dem Titel „The Sound of Silence“ die Stille zum Klingen zu bringen. Die empfindsame Welt des Madrigals begegnet dabei komponierten und improvisierten Klängen des Jazz-Pianisten und Komponisten Marc Schmolling und seines Ensembles. Texte unter anderem von seiner Mutter Inka Machulkova und Georg Trakl zum Begriff der Stille stehen hier im Mittelpunkt. Das titelgebende Stück aus Marc Schmollings Trio-Album „Ticho“, tschechisch für „Stille“, war dabei ein entscheidender Impuls und findet sich im Programm wieder. Instrumentales, Klangschichtungen, aber auch Textdeklamation und Vokalisen treffen so auf „klassischen“ Chorgesang, Frühbarockes auf Zeitgenössisches, Komponiertes auf Improvisiertes.

In der Madrigalwelt der drei Hauptvertreter des italienischen Frühbarocks, Claudio Monteverdi, Carlo Gesualdo und Luca Marenzio werden die Kompositionsregeln zugunsten des Textausdruckes bewusst verletzt. Die Sprache wird zur „Herrin“ über die Musik. Es soll weh’ tun, wenn Monteverdi in „Cruda Amarilli“, die Dissonanzen des Liebesschmerzes, „Ahi“, nicht mehr regelgerecht auflöst. Der Liebesschmerz findet im späten Madrigal seinen besonders intensiven und individuellen Ausdruck, gerade auch in der modern klingenden Harmonik eines Gesualdo. In dessen „Io tacerò“ wird das trotzig behauptete Schweigen von den Tränen und dem Klang des Seufzens verdrängt. Tod und Traum sind andererseits Motive der Stille. In Monteverdis „Cruda Amarilli“ stirbt der Klagende am Ende schweigend. In „Tränen des Geliebten am Grabe seiner Geliebten“, ebenfalls von Monteverdi komponiert, ist der in die Stille geführte Klang das erschreckende Zentrum des Werkes ebenso wie die Pausensetzungen beim Betrachten des Grabes, die Totenstille. Wenn der Mensch schweigt, hört er andererseits die Natur, wunderbar lautmalerisch in Monteverdis „Ecco mormolar l’onde“, dargestellt, ebenso wie andererseits der Madrigalist Marenzio mit dem nachklingenden Echo, dem Nachlauschen in die Stille hinein, in „O tu che fra le selve occulta vivi“ einen beredten Dialog des Menschen mit seinem eigenen Schweigen erzeugt. (Tim Koeritz /Homepage Chorwerk Ruhr)

Veranstaltungsort

Christuskirche Obernbeck
Kirchstr. 16
Löhne, NRW 32584 Deutschland
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